Gutes Design ist gutes Geschäft

Warum gutes Design gut für Ihr Geschäft ist.

Design ist nicht nur ein Mittel für eine gute User Experience oder schöne Produkte – es ist vielmehr eine wichtige strategische Entscheidung für Unternehmen.

Bereits 1973 machte der spätere IBM Präsident Thomas J. Watson Jr. seine berühmte Aussage „Good Design is Good Business.“. Unter seiner Führung entwickelte sich IBM von einem primär auf die Technik orientierten Unternehmen zu einem design-orientierten Unternehmen, das auch heute noch eines der größten IT Unternehmen ist.

Ein jüngeres Beispiel dafür, dass Design den Kern eines erfolgreichen Unternehmens ausmachen kann ist Steve Jobs mit Apple. Apple’s unglaublicher Erfolg während seiner Zeit als CEO überzeugte sicherlich jeden von der Wirksamkeit guten Designs.

Was sind nun die Gründe warum Design zu gutem Geschäft führt?

Die folgenden Beispiele zeigen konkret, wie gutes Design Unternehmen positiv beeinflusst und langfristig zu einer besseren Wettbewerbsposition führt.

Gutes Design schafft Vertrauen

Wenn Design einen hohen Stellenwert in einem Unternehmen hat und sich das nach außen wiederspiegelt, signalisiert das, dass es bei allem was das Unternehmen tut Sorgfalt aufbringt und überlegt handelt. Ob es nun die Produkte selbst, das Design der Webseite, Broschüren, das Logo, Kundenservice, etc. sind – Design-orientiertes Arbeiten durchdringt die Art und Weise wie das Unternehmen funktioniert und erzeugt sowohl intern als auch extern Vertrauen in die Prozesse und Ergebnisse.   

Gutes Design ist kostenlose Werbung

Wenn man den Gedanken noch einen Schritt weiterführt, schafft gutes Design kostenlose Werbung. Kunden und Partner werden zu Fans, die entweder stolz darauf sind die Produkte des Unternehmens zu benutzen oder mit diesem Unternehmen zusammen zu arbeiten.

Nehmen wir Apple als Beispiel. Käufer von Apple Produkten sind in der Regel begeisterte Fans der Marke und empfehlen die von Ihnen gekauften Apple Produkte oft mit voller Überzeugung weiter. Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass Empfehlungen, die von Familienmitgliedern oder Freunden kommen, zu 92% vertraut wird.

Letztendlich führt das dazu, dass Unternehmen nicht so viele Anzeigen kaufen müssen und geringere Online-Marketing bzw. PR-Kosten haben. Eine Investition in gutes Design führt also langfristig zu Einsparungen bei den Marketingausgaben.  

Gutes Design schafft loyalere Kunden

Gut designte Produkte erfüllen genau die Bedürfnisse der Kunden/Anwender. Jemand der rundum mit seinem Produkt zufrieden ist und auch bei etwaigen Problemen schnelle Hilfe von Seiten des Herstellers erfährt hat entweder keinen Grund zu einem anderen Anbieter zu wechseln oder kommt nach schlechten Erfahrungen mit anderen Anbietern wieder zurück.

Gutes Design schafft Wettbewerbsvorteile

Es gibt ganze Unternehmen, die sich im Wesentlichen um eine bessere User Experience gebildet haben. Sehr erfolgreiche Beispiele hierfür sind Nest-Thermostate, Kassensysteme von Square oder die Vermittlung von Unterkünften mit AirBnB. Alle Produkte gab es auch davor schon von anderen Anbietern. Der Fokus dieser Unternehmen auf ein exzellentes Design, welches letztendlich zu einer ausgezeichneten User Experience führt, hat diesen Unternehmen jedoch in bereits gut etablierten Märkten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschafft.  

Oder nehmen wir als Beispiel aus dem Einzelhandel die Unternehmen Schlecker und dm. Während Schlecker dunkle, oft unaufgeräumt wirkende enge Ladenlokale betrieben hatte, hat dm in ein einladendes Raumdesign investiert und eine freundliche Marke erschaffen, bei der die Kunden gerne einkaufen. Das Ergebnis dieses Vergleichs ist selbsterklärend: Schlecker musste Insolvenz anmelden, dm ist sehr erfolgreich am Markt.

Immer mehr Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, in das Design Ihrer Produkte und Dienstleistungen zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wenn zwei Unternehmen dasselbe tun, kann die Qualität ihres Designs der entscheidende Faktor für den Kunden sein.

Gutes Design ermöglicht höhere Margen

Gut designte Produkte konkurrieren nicht ausschließlich über den Preis. Da Produkte mit einer guten User Experience in der Regel nicht direkt vergleichbar mit der breiten Masse an Produkten der anderen Marktteilnehmer sind, können oftmals höhere Verkaufspreise bei ähnlichen Herstellkosten erzielt werden.

Gutes Design führt zu einem guten ROI

Heutzutage haben Menschen höhere Ansprüche an Produkte, Werkzeuge und Dienstleistungen. Teilweise werden sogar Produkte, die ein schlechtes UX Design oder UI Design aufweisen sofort zurückgewiesen. Bei vielen Unternehmen gehört die Überprüfung auf gutes Design mittlerweile zu den Qualitätsstandards, so dass nicht zufriedenstellende Produktentwürfe überarbeitet werden, bevor sie auf den Markt gebracht werden.

Unternehmen erkennen, dass Sie Wettbewerbsvorteile durch ein besseres Nutzererlebnis bei ihren Kunden erzielen können. Anstatt etwas „funktionales“ auf den Markt zu bringen, werden perfekt zugeschnittene Lösungen designt, die den Anwender über den kompletten Produktlebenszyklus begeistern.  

Gutes Design führt dazu, dass Anwender das Produkt häufiger verwenden, dass sie ihm einen höheren Wert zumessen und somit auch ein höherer Preis erzielt werden kann.

Gutes Design hilft top Mitarbeiter zu begeistern

Gutes Design signalisiert auch Arbeitssuchenden eine gesunde Produktkultur. So wie z.B. Google in die KI-Forschung investiert oder Microsoft Open Source Projekte finanziert um die besten Entwickler für sich zu gewinnen, verbessert die Investition in Design die Attraktivität als Arbeitgeber für talentierte Designer.

Tolle Designs macht nicht nur Kunden zu Fans, sondern verbessert auch das Image eines Unternehmens in den Augen von Arbeitssuchenden.

Zusammenfassung

Unternehmen werden wettbewerbsfähiger, wenn sie besser gestaltete Produkte und Dienstleistungen anbieten. Gutes Design gibt Unternehmen eine neue Möglichkeit, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und um wichtige Geschäftsziele zu erreichen.

Referenzen

Usability oder User Experience (UX)? Was ist der Unterschied?

Immer wieder werden Usability und User Experience (UX) verwechselt. Oft wird UX gesagt und es ist Usability gemeint. In diesem Artikel wird erläutert, worin sich Usability und User Experience unterscheiden und warum UX deutlich komplexer ist.

Ein Beispiel zum Einstieg

Nehmen wir an, Sie möchten sich eine neue Digitalkamera zulegen. Sie recherchieren im Internet und auf der Webseite eines Elektronikhändlers finden Sie genau das Modell, das Ihren Wünschen entspricht. Die Website ist gut strukturiert, Sie finden das Produkt schnell und auch der Bestellvorgang läuft reibungslos. Sie freuen sich schon darauf, bald die ersten Bilder mit der neuen Kamera machen zu können. Kurz darauf bekommen Sie eine Email, in der Ihnen mitgeteilt wird, dass sich der Versand verzögert, da das Produkt nicht auf Lager ist. Das wurde Ihnen auf der Website jedoch nicht angezeigt. Sie sind enttäuscht, da Sie mit einer Lieferung am nächsten oder spätestens am übernächsten Tag gerechnet haben. Sie warten nun einige Tage, bis das Paket mit der Kamera bei Ihnen ankommt. Leider stellen Sie beim Auspacken fest, das die Kamera beschädigt ist. Sie rufen die Hotline an und müssen erst einmal über 10 Minuten warten. Der Servicemitarbeiter am Telefon sagt Ihnen dann, dass er nichts machen kann und Sie in das nächstgelegene Ladengeschäft fahren müssen…

Diese Geschichte könnte man jetzt noch weiter führen, für unsere Zwecke soll hier aber Schluss sein. Dieses Beispiel zeigt sehr gut, wie Usability und User Experience zusammen hängen. Während die Usability, also die Gebrauchstauglichkeit der Webseite sehr gut ist (gut strukturiert, einfacher Bestellprozess, etc.), passt die User Experience, also das Nutzungserlebnis, des gesamten Einkaufs nicht. Zumindest nicht mehr ab der Bestellung. Die empfundene Vorfreude und Erwartung vor dem Besuch der Webseite und während des Besuchs der Webseite war groß. Ab Erhalt der Email brach die Freude auf das Produkt jedoch abrupt ab und aus einem guten Einkaufserlebnis wurde eine weniger gute Gesamterfahrung.

Das Ziel von Usability

Das Ziel von Usability ist es, eine Anwendung (Mobile- oder Web App) oder ein Gerät (Embedded System) so einfach wie möglich in der Benutzung zu machen. Der Fokus liegt hier auf einer intuitiven Bedienung und Nutzerfreundlichkeit. Die zentrale Frage der Usability ist also, ob der Nutzer sein Ziel erreichen konnte. Im obigen Beispiel also, ob er das Produkt schnell finden und bestellen konnte.

Das Ziel von User Experience

Das Ziel der User Experience geht über die Usability hinaus. Der Nutzer soll mit der Applikation, dem Gerät und dem dahinterstehenden Unternehmen die bestmögliche Erfahrung machen, glücklich und zufrieden sein und im Idealfall das Produkt, die Diensleistung und das Unternehmen weiterempfehlen. Er soll auch vor und nach der Nutzung emotional angesprochen werden und begeistert sein. Im obigen Beispiel hätte man die User Experience durch die Angabe, ob das Produkt auf Lager liegt bzw. wie lange die Lieferzeit ist, deutlich verbessern können. Auch für den Fall der beschädigten Lieferung wären mit einer schnelleren Reaktion der Hotline und einem einfacheren Reklamationsprozess deutliche Verbesserungen möglich. Die zentrale Frage bei der User Experience ist also, ob der Nutzer mit dem Gesamterlebnis zufrieden ist, oder besser noch begeistert ist.

Fazit

In obigem Beispiel wird deutlich, dass Usability und User Experience unterschiedliche Ziele verfolgen und dass das erreichen einer guten UX wesentlich schwieriger und umfangreicher ist, als eine gute Usability. Anders ausgedrückt. User Experience bezieht sich auf das Nutzungserlebnis vor, während und nach der Benutzung eines Produkts, einer App, einer Website, etc. Usability bezieht sich ausschließlich auf die Zeit während der Benutzung.